Anja holt 3. Platz bei der LBM 2017

Nick, Eliias, Markus und Anja bei LBEM 2017

Nick, Elijah, Markus und Anja

Alles Kopfsache, das weiß jeder Tischtennisspieler. Wenn es läuft, gelingen auch im Wettkampf schwierigste Schläge wie von Geisterhand, unser Gehirn ist im Flow-Zustand, alles fühlt sich einfach an, ein genial, krasses Gefühl. Doch wehe wehe, wenn der Kopf das eigene Spiel sabotiert, dann geht plötzlich gar nichts mehr.

Doch vorne angefangen. Am Samstag fanden die Landesbereichseinzelmeisterschaften Ost (C-SchülerInnen, A-SchülerInnen) in Hohen Neuendorf statt. Aus unserem Verein hatten sich Bennet, Elijah, Anja und Nick qualifiziert.

Elijah hat gut mitgespielt, musste aber feststellen, dass an diesem Tag gegen das spinbetonte Spiel seiner Gegner kein Kraut gewachsen war. Wie gut, das Markus, sein Vater, dabei war und ihn wieder aufbauen konnte.

Auch Bennet startete in der Schüler-C Konkurenz und konnte mit seinem starken Ballgefühl, Nervenstärke und guter Technik bis ins Viertelfinale vordringen. Hier lieferte er sich ein spannendes Match gegen den späteren Sieger der Konkurenz, Louis. Ein ums andere Mal spielte Bennet sein Gegenüber mit platzierten Rückhand-und gefühlvollen Vorhandangriffsschlägen aus. Erst im 5. Satz siegte Louis knapp aufgrund seiner besseren Topspins. Auch Bennets Vater war dabei und half bei der Betreuung.

Nick konnte in der starken A-Schüler Konkurenz viel Erfahrung sammeln. So erkannte er selbst einen Schwachpunkt seines Spiels: „Ich muss dringend an meinem Aufschlag arbeiten.“

Anja startete vielversprechend mit einem 3:2 Sieg gegen Angstgegnerin Leonie aus Finow. „Gegen die habe ich seit zwei Jahren nicht mehr gewonnen“, erklärte sie glücklich. Nach einem klaren 3:0 zog Anja als Gruppenerste ins Halbfinale ein und traf auf Victoria Arndt. Die war heute aber eine Nummer zu stark.

Im kleinen Finale um Platz 3 traf Anja auf die Zwillingsschwester, Veronica. Das Spiel war sehr ausgeglichen, die Entscheidung musste also im 5. Satz fallen. Ausgerechnet in dieser entscheidenden Phase schwächelte Anja und beim Spielstand von 1:7 rief ich: “ Timeout“. Anja kam mit hängenden Schultern zur Bande und fing an über das Netz, den Hallenboden, ihren Schläger und die Gegenspielerin zu meckern. Ich wußte nicht was ich sagen sollte. Nach einem Moment der Stille hatte ich eine Idee und sagte: „Das kannst Du sowieso nicht mehr gewinnen, spiel so, wie es Dir Spaß macht, versuch mal was neues, spiel mit der linken Hand oder so…“ Anja musste lachen und antwortet: „Was, nicht mehr gewinnen, spinnst Du, toller Trainer…“

Das Spiel ging weiter und Anja machte den ersten Punkt, den Zweiten, den Dritten und so weiter. Beim Spielstand von 6:8 nahm Victorias Trainer ebenfalls eine Auszeit, doch Anja war nicht mehr zu stoppen. Sie spielte jetzt auf der Siegerstraße und brachte das Ding mit 11:9 nach Hause.

Nachdem sie ihren Erfolg etwas verdaut hatte, fragte sie: „Meintest du wirklich, dass ich das Spiel nicht mehr gewinnen könne?“ Ich überlegte und antwortete: „Ich weiß es nicht.“

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