Der lange und der Kurze Weg zum 1.Sieg

Die Saison 20/21 hat begonnen. Endlich können wir uns wieder mit anderen Mannschaften im regelmäßigen Spielbetrieb messen. Zwar finden bei den Erwachsenen coronabedingt keine Doppel statt und alle achten auf Mindestabstand, gute Lüftung im TT-Raum und Verzicht auf Shakehands, aber ansonsten erinnert fast nichts an die Pandemie. Hoffentlich bleibt das so und hoffentlich können wir die Saisonn ungestört zu Ende spielen.

Am letzten Wochenende bestritten unsere beiden Jugendmannschaften Ihre ersten Heimspiele. Für die 1. Jugendmannschaft ging es am Samstag gegen Hohen Neuendorf, die mit einer kompletten Mädchenmannschaft anreisten. Gleich war eine ganz andere Stimmung in der Halle, die es unseren Jungs nicht unbedingt einfacher machte, konzentriert zu bleiben. Wäre es nicht schön, wenn auch wir mehr Mädchen vom Tischtennis begeistern könnten? Im Moment haben wir mit Anja und Marie-Luise leider nur zwei aktive Nachwuchsspielerinnen.

Anja kam auch zum Einsatz, musste sich aber in Ihren vier Spielen geschlagen geben. Leider kann sie nur noch selten trainieren, weil sie nach Berlin gezogen ist. Toll, dass sie trotzdem weiterhin für uns spielt. Jamiro ging es nicht besser. Auch er verlor seine Spiele, viele Sätze nur ganz knapp. Da machte ihm der Kopf und der unbedingte Wille zum Sieg einen Strich durch die Rechnung. Wer kennt das nicht: bei drohendem Satzgewinn verkrampft sich alles, die Gedanken schweifen ab und schwups ist das Spiel verloren. Hier heißt es cool bleiben, Wettkampfhärte aufbauen und sich zwingen immer nur an den nächseten Ball zu denken.

Bennet und Tom machten es besser und holten jeweils zwei Spiele, so dass wir am Ende ein 4:10 erreichten.

Am Sonntag trat unsere zweite Mannschaft in neuer Formation an. Markus hatte entschieden den Neuen Walter, Nils und Paul einen ersten Auftritt in unserer Wettkampfarena zu spendieren. Theo komplettierte das Team und übernahm als altgedienter die Rolle des Kapitäns. Gespielt wurde im Braunschweiger System, wodurch wir zu viert gegen drei Bernauer antreten konnten.

Soverän starteten Theo und Walter mit einem 3:0 Sieg im Doppel. Klasse, dass die neu formierte Kombi so gut funktionierte und Walter bei seinem ersten Spiel gleich einen Sieg ergattern konnte.

Danach folgten leider drei 5 Satz Niederlagen. Nils, Theo und Walter konnten am Ende den Sack nicht zumachen, schade. Paul konnte in seinem ersten beiden Punktspielen leider nicht gewinnen und so blieb ihm als kleiner Trost die Erfahrung eines Ligaspiels, wo das Nervenkostüm schon mal ganz schon flattern kann.

Nils machte es in seinem zweiten Spiel besser. Gegen den mit 963 TTR Punkten ganz schön guten Jonathan zeigte Nils alles. Konzentrierte Schupfbälle, klasse Ballgefühl und den gewissen Killerinstinkt, die entscheidenen Bälle zu machen. Nach 5 Sätzen und beim Stand von 10:7 hatte er seinen Gegner weichgekocht und konnte äußerlich cool und gelassen den letzten fulminanten Ballwechsel gewinnen. Klasse, ein gewonnenes Spiel beim ersten Einsatz, davon kann man nur träumen.

Besser gesagt, davon träumt Theo schon etwas länger. Er hat im März 2017 sein erstes Punktspiel bestritten, das er verlor. In der folgenden Zeit hat er 66 weitere Spiele für uns gemacht, alle hat er verloren. Was für eine Leistung weiter zu machen, weiter zu trainieren und weiter an sich zu glauben!

Und dann gings gegen Juri vom TTC Bernau, der mit 939 TTR Punkten 89 mehr als Theo hatte. Der erste Satz ging klar an unseren Gast, der stark von Theos Fehlern profitierte. In der Satzpause sagte ich Theo, er solle mehr Schupfen, denn mit Unterschnitt kam sein Gegner nicht so gut klar. Doch Theo gab zu bedenken, dass der Schupfschlag eher zu seinen nicht so guten Schlägen gehöre. Trotzdem probierte er es im zweiten Satz öfter und verlor nur knapp mit 10:12. „Siehtst Du“, sagte ich zu ihm, „als Du viel Unterschnitt erzeugt hast, hast Du die Bälle gewonnen und am Ende hast Du wieder auf Dein Offensivspiel umgestellt und verloren.“ Theo war einsichtig und spielte im Folgesatz konsequent Schupf und siehe da: 11:4 gewonnen. Jetzt wurde sein Gegner nervös und Ihm gelang nichts mehr. Erst beim Spielstand von 8:3 für Theo im vierten Satz, merkte er es und spielte auch viel defensiver und kam auf 8:7 heran. Eine kritische Spielsituation. Als Juri schon zu seinem nächsten Aufschlag ansetzte, rief ich: „Auszeit“. Alle lachten, denn so ernst nehmen wir die Spiele meistens nicht und bei den Schülern sind Auszeiten eher selten. Viel hatte ich Theo nicht zu sagen, aber es gab ihm Gelegenheit etwas zu trinken, etwas Atmen zu holen und vielleicht würde ja der Rhythmus des Gegners unterbrochen werden. Wieder am Tisch fiel der Ausgleich – alles für die Katz? Nein, Theo blieb konzentriert und haute den nächsten Ball mit einem klasse Vorhandschuss, fast auf Tischhöhe, zurück. Nach dieser erneuten Führung, brachte er das Spiel mit 11:8 nach Hause. 2:2, jetzt gings um die Wurst. Doch so kanns gehen. Sein Gegner war völlig von der Rolle und Theo gewann ungefährdet mit 11:7.

Klasse Theo, jetzt weisst Du wie sich ein Sieg im Tischtennis anfühlt. Ich hoffe viele weitere werden folgen 🙂

Level-Up

Letzten Donnerstag habe ich Jamiro zum Einzeltraining eingeladen. Donnerstag ist der Trainingstag, an dem wir besonders talentierte und traingseifrige Nachwuchs-Spieler fördern.

Wie üblich begannen wir mit einer kurzen Erwärmung, ein paar Runden Lauf-ABC, ein paar Dehnübungen und schon gings mit dem Einspielen los: Vorhand-Konter, Rückhand-Konter und Topspin auf Block. Ich liebe diesen immergleichen Beginn und auch Jamiro zeigte ein breites Grinsen, als er nacheinander fünf Hammerspins auf mich abfeuerte und beim Sechsten die Nerven verlor und dem Duell mit einem übermütigen Schuß (ins Netz) ein Ende setzte.

Immer wieder war ich von der Qualität der Bälle so begeistert, dass ich laut ausrief: „Ja, genau, Wau, Klasse, Super…“, und selbst eine Gänsehaut vom Gelingen seiner Schläge bekam. So macht es Spaß Traininer zu sein. Doch es wurde noch besser:

In der nächsten Übung bestand Jamiros Aufgabe darin, einen Aufschlag zu machen, der entweder in meine tiefe Vor- oder Rückhand kommen sollte. Er sollte die gleiche Aufschlagbewegung durchführen und erst so spät wie möglich mit einem kleinen Dreh des Schlägers steuern, in welche Ecke der Ball kommt. Zuerst beobachtete ich seine Bewgung ganz genau, um den ankommenden Ball, möglichst gut zu antizipieren. Nach ein paar Minuten ging die Übung ganz gut und meine Gedanken schweiften ab. Ich dachte an ein Technikvideo, in dem Timo Boll den Topspin erklärt:

„Das könnte ich doch mal ausprobieren“, sagte ich mir und brachte beim nächsten Schlag die linke Seite meiner Hüfte etwas nach vorne, während meine rechte Schulter zurück blieb, bis ich dort eine Spannung spürte. Durch diese Vorspannung sammelte sich Bewegungsenergie, die bei der Schlagausführung frei wurde.
„Wumps“, machte es, als der Topspin übers Netz flog und auf Jamiros Seite einschlug. Ungläubig spürte ich der Bewegung meines Körpers nach. Es fühlte sich total natürlich und richtig an, wie er sich bewegt hatte und zum Dank überschüttete er mich mit einer Ladung Dopamin, die mich zum Weitermachen antrieb.

Unser Training, bei dem ja quasi ich diesmal der Lernende sein durfte, ging mit einem Trainingsmatch zu Ende, bei dem ich mich ganz schön strecken musste, um zu gewinnen. Ich verabschidete Jamiro und ging nach draußen, wo mich ein dramatischer Sonnenuntergang erwartete. Wie oft hatte ich schon vergeblich an meinen Bewegungsabläufen gefeilt? Wie oft in den letzten 6 Jahren wollte ich schon meinen Schläger wegwerfen? Bestimmt 1000 Trainingsstunden hatte sich nichts getan und jetzt, ohne dass ich es wollte, war etwas besonderes passiert.

Das Leben verläuft nicht immer gleichmäßig, manchmal scheint es sich stufenhaft zu entwickeln. Wie in der Quantenphysik beschrieben, bleibt es lange auf einem Niveau und macht dann plötzlich einen Sprung auf eine neue Stufe. Dieser Sprung auf ein neues Level kommt nicht einfach so daher, Voraussetzung dafür sind die vielen kleinen, unsichtbaren Schritte, die wir allzu oft übersehen und für Stillstand halten.

Gut gelaunt ging ich wieder rein. Heute war Herrentraining der 1. und 2. Mannschaft. Ich spiele seit kurzem in der 2. Mannschaft, bin aber mit Abstand der Schwächste im Team und gegen einen Spieler der 1. habe ich noch nie gewonnen. Zugegeben, Lukas, die Nummer 1 des Vereins, hat mich zuerst nicht ernst genommen und ich konnte es fast nicht glauben, als es 2 zu 2 stand und ich 8 zu 7 vorne lag. Ein ums andere mal hatte ich die neue Bewegung gut umgesetzt und sogar etwas ähnliches im Rückhand-Topspin entdeckt. Noch drei Punkte, ich wußte, dass sich Lukas nicht mehr steigern konnte. Ganz einfach brachte ich das Spiel mit 11 zu 7 nach Hause.

Sicher, das war nur ein Trainingsspiel und der Underdog hat es immer leichter als der Favorit. Doch ich habe diese Stufe genommen, ich weiß jetzt, dass ich einen Spieler mit 1630 TTR-Punkten besiegen kann.

Doch viel wichtiger ist mir, dass ich einen neuen Teil des Bewegungsablaufs selbst verstanden habe. Unser Nachwuchs kann sich schon mal freuen, dass ich beim Training jetzt immer wieder auf dieser Bewegung rumreiten werde 🙂

P.S. Ich freue mich auf Kommentare, die Du hier eintragen kannst.

17. Stadtmeisterschaften 2020

Tischtennis – 17. Stadtmeisterschaft 2020 für Alle

Samstag 24.10.2020 um 10.00 Uhr, Sporthalle auf dem Flugplatz (Hangar 3),

Walter-Krüger-Halle

Alle Werneuchener die Freude am Tischtennis haben sind herzlich eingeladen. Gespielt wird wieder in 4 Wettkampfeinteilungen:

(1) Einzel Vereinsspieler,
(2) Einzel Hobbyspieler,
(3) Einzel Schüler bis 14 Jahre und
(4) Doppel gemischt.

Spielberechtigt sind aller Werneuchner (inkl. Ortsteile) und Vereinsmitglieder des SV RW Werneuchen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Zu gewinnen gibt es Pokale und Medaillen. Anmeldungen sind bis spätestens 9.30 Uhr vor Ort möglich.

Saison-Halbzeit 2019/20

Mensch, wie die Zeit vergeht! Weihnachten steht vor der Tür, ein paar Haare sind grau geworden, einige Bäuche dicker und die erste Halbserie der Saison ist auch schon wieder rum. Wir sind diese Saison zum ersten Mal mit sieben Mannschaften im Erwachsenenbereich angetreten und haben das Kunstwerk geschafft, eine große Straße in der Platzierung zu fabrizieren, was für ein Teamwork 🙂

Erwartungsgemäß musste unsere 1. als Aufsteiger einiges einstecken und kam mit zwei Unentschieden über den 10. und letzten Tabellenplatz nicht hinaus. Genauso konnte man erwarten, dass die 7. Mannschaft in ihrer 1. Saison hauptsächlich Lehrgeld bezahlen musste. Immerhin schafften sie zwei Siege und schlossen auf dem 9. Platz ab. Die neu formierte 2. Mannschaft um Alec, Paul und Oli musste für jedes Spiel einen Ersatzspieler organisieren und konnte trotzdem knapp den 8. Platz sichern. Die routinierten Spieler der 6. Mannschaft landeten mit ausgeglichenem Konto auf dem 7. Rang und konnten das vereinsinterne Duell mit der 7. klar für sich entscheiden. In der Mitte der Tabelle auf Platz 6 landete die 4. Mannschaft, möglich wurde das durch einen starken Endspurt mit 7:1 Punkten in den letzten 4 Spielen. Unsere 5. Mannschaft schloss auf dem 5. Platz ab, punktgleich mit den Drittplatzierten aufgrund des schlechteren Spielverhältnisses. Beste Werneuchener Mannschaft wurde die dritte Mannschaft um die Leistungsträger Remo und Mario auf Platz 4.

Benny ist Spitze

Ein besonderer Dank geht an Benny. Er hat in der ersten Halbserie in der 5., 4., 3. und 2. Liga insgesamt 21 Ligaspiele absolviert und damit einen wichtigen Beitrag geleistet. In der 5. Mannschaft hat er mit 28:2 Punkten sogar den Spitzenplatz der Einzelwertung der 2. Kreisklasse erzielt.

Benny

In den vier Monaten der Halbserie konnte er sich von 1203 auf 1374 TTR Punkten verbessern, eine Leistung, die normalerweise nur unsere Jugendlichen in Ihrer Sturm-und Drangzeit zustande bringen. Ich bin gespannt, wie es bei Benny weitergeht, eins steht aber schon fest: in der Rückserie wird er aufgrund seiner hohen TTR Punkte in den unteren Mannschaften nicht mehr zur Verfügung stehen.

Und was macht der Nachwuchs?

Das Jugendteam musste den altersbedingten Weggang von Alec und Mika verkraften und erreichte dieses Jahr den 5. Platz in der Landesliga. Hier fehlt die Ausgeglichenheit im Team: Antonia und Bennet konnten sich in der Liga gut behaupten, Anja, Tom und Theo zeigten eine gute Entwicklung, ich habe große Hoffnung, dass sie in den nächsten Spielen eine starke Entwicklung machen können. Die Voraussetzungen sind gelegt, jetzt heißt es die Früchte ernten, die in den letzten Jahren gepflanzt wurden.

Das Schülerteam hatte es in der Barnimliga sehr schwer und belegte den vorletzten Platz im Tableau. Fabian konnte 16:2 Punkte erreichen und damit die Bronzemedailie der Einzelbilanz ergattern, neben ihm klafft aber ein großer Graben. Hoffnung macht mir, dass wir mit Elijah und Johannes zwei junge, ehrgeizige Spieler haben, die mit jedem Punktspiel Erfahrung sammeln und besser werden. In der neuen Saison werden Jamiro und Ron in den Ligaspielbetrieb einsteigen und unsere Möglichkeiten erweitern.

Und was machen die Trainer?

Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig ist, das eigene Spiel zu entwickeln, um als Trainer besser zu werden und den Kindern und Jugendlichen auch spielerisch ein Vorbild sein zu können. Sven und Markus sind diese Saison in den Spielbetrieb eingestiegen und haben damit einen wichtigen Meilenstein genommen. Markus und ich trainieren jede Woche 2 Stunden und dadurch ist Markus Spiel im letzten Jahr sehr viel besser geworden, so dass ich sicher bin, dass er in naher Zukunft einen Leistungssprung machen wird.

Selbst genieße ich, dass ich in den letzten Wochen stark gespielt habe und Benny auf den Fersen bin 🙂 Ich hoffe, dass einer der Nachwuchsspieler im nächsten Jahr noch schneller besser wird und mich überflügelt. Dann gebe ich einen aus, denn so soll es sein, dass die junge Generation die Alten überflügelt und ihren Platz in der Gemeinschaft einnimmt.

Tischtennis fernsehen

Keine Lust mehr auf billige Vorabendserien, schlechte Nachrichten und ständige Werbeunterbrechungen im Fernsehen?

Dann guck doch mal bei einem der verschiedenen Videodienste im Internet vorbei. Auf YouTube gibt es z.B. Tom Lodziak mit klasse Erklärvideos und Pongfinity, drei sympathische Jungs aus Finnland, die unmögliche Tischtennis-Trickshoots zeigen.

Und der ITTF bietet live Streams von allen wichtigen Profiturnieren an. Das Beste daran ist die überragende Bildqualität mit Superzeitlupe, verschiedenen Kameraperspektiven und dem hervorragenden Tischtennis- Kommentator Adam Bobrow, ein echt verrückter Typ!

Gestern wollte ich mir die Partie Timo Boll gegen Dimitrij Ovtcharov bei den Austrian Open ansehen, also bin ich auf auf die Seite der International Tabletennis Federation gegangen https://tv.ittf.com, habe mich eingelogt (beim ersten mal muss man sich hier mit einer E-Mail Adresse registrieren) und das gesehen:

Was ist denn hier los? Was zuerst wie ein technisches Problem aussieht, entpuppt sich beim Durchlesen als Rechteproblem. Wie auch im Fußball immer üblicher, soll ich jetzt auch beim Tischtennis nur mit einem kostenpflichtigem Dienst dabei sein.

Das Verfahren, Inhalte nur in bestimmten Regionen der Welt verfügbar zu machen, nennt man Geoblocking und natürlich gibt es Dienste, die es umgehen. Ich habe mich für Windscribe.com entschieden. Hier kann man sich kostenlos anmelden und dann bis zu 10GB monatlich laden, so als säße man in einem anderen Land.

Nachdem ich die Erweiterung für den Browser FireFox installiert hatte, siehe gibt es dort jetzt einen neuen Knopf, mit dem ich den Service starte und so tue, als wäre ich nicht in Deutschland:

Mit der Aktion hatte ich zwar die ersten beiden Sätze verpasst, doch immerhin konnte ich dann das spannende Spiel verfolgen.

Ich bin gespannt, wie lang die Übertragungen des ITTF noch kostenfrei bleiben oder ob auch hier bald ein bezahlter Service einzug hält.

16. Stadtmeisterschaften 2019

Am Samstag, den 12.10.2019 fanden die 16. Stadtmeisterschaften der Stadt Werneuchen statt. Gespielt wurde in 4 Kategorien. Vereinsspieler, Hobbyspieler, Schüler bis 14 Jahre & Doppel gemischt gelost. Insgesamt waren 38 Spieler & Spielerinnen am Start. Hier sind die Ergebnisse:

Stadtmeister

1.Lukas Juckel
2.Ben Neffin
3.Calvin Sucrow-Linsmeier

Hobbyspieler:

1.Michael Wichmann
2.Thomas Bree
3.Jürgen Scharf

Schüler bis 14 Jahre:

1.Fabian Kramer
2.Bennet Buchert
3.Leo Gossow

Doppel:

1.Lukas Juckel & Marco Steigert
2.Remo Hempel & Michael Suske
3.Ben Neffin & Thomas Bree

Bennet ist Kreismeister

Bennet : 1. Platz B-Schüler

Schon lange ist Bennet unser größtes Nachwuchstalent, doch zu einem Meistertitel hatte es in seiner jungen Tischtenniskarriere bisher nicht gereicht. Das war dieses Wochenende in Eberswalde anders. Konzentriert und ohne Satzverlust spielte er sich durch die Gruppenphase und konnte auch im Viertel- und Halbfinale deutlich gewinnen. Das ist gar keine so gute Ausgangslage, denn wenn der Einzug ins Finale zu einfach gelingt, macht sich oft eine scheinbare Überlegenheit breit, die einer Leistungssteigerung im entscheidenen Moment entgegensteht.

Doch Bennet hat in den letzten drei Jahren genug bittere Niederlagen kurz vor dem Turniersieg einstecken müssen, heute lief es anders: gegen Elias aus Eberswalde spielte Bennet klever und konzentriert und führte schnell mit 2:0. Doch im dritten Satz stellte der Trainer das Spielsystem seines Schützlings um, so dass Bennet aus dem Tritt kam und den Satz verlor. Das sind genau die Momente, in denen ein Champion zurückkommen muss und genau das tat Bennet. Er wechselte das Tempo seiner Topspins geschickt, so dass er schnell deutlich vorne lag und unter dem Jubel seines Vaters und den anderen 10 Werneuchenern, den 1. Matchball versenkte.

Glücklich rannte er zu uns und erklärte überwältigt: „Ich habe heute nur einen Satz verloren“. 

Klasse Bennet, weiter so!

Am Samstag, ein Tag vor Bennet, startete Max in der C-Schüler Konkurenz (10 und jünger) und Antonia bei den Mädchen (jünger 18). Max konnte den 4. Platz ergattern und Antonia Platz 3. Im Doppel gelang Max und Danilo-Luca aus Schönwalde der Sprung aufs Treppchen, sie wurden 3.

3. Platz im Doppel für Max & Danilo-Luca

Sonntag fuhren wir mit 8 Sportlern nach Eberswalde. Alle kämpften gut und zeigten tolles Tischtennis. Besonders Johannes, der erst seit einem knappen Jahr bei uns ist, zeigte tolle Bälle und gelangte zurecht ins Viertelfinale, in dem er dann aber gegen Bennet keine Chance hatte.

Im Doppel spielten beide  zusammen und konnten den zweiten Platz belegen.

Fabian, Theo und Tom mussten dieses Jahr bei den unter 18 Jährigen antreten, ich rechnete mir kaum Chancen für sie aus. Die beiden schieden dann auch in der Gruppenphase aus. Tom hingegen spielte heute sehr gut, variierte sein Spiel schlau, zeigte gute Nerven und blieb auch bei knappen Spielstand mutig. Das wurde belohnt und so zog er mit nur einem verlorenen Spiel als Gruppenerster ins Viertelfinale ein. 

Ich war beeindruckt. Tom hatte schon oft große Erwartungen an sich gesetzt und mit viel Selbstsicherheit einen Platz auf dem Siegerpodest angepeilt aber nie erreicht. Warum das jetzt gerade bei seinem 1. Jahr bei den Jungen klappen sollte, konnte ich nicht verstehen und so habe ich mir keine Sorgen gemacht, ihm 5 Cheesburger beim Einzug in Finale und die doppelte Menge beim Sieg zu versprechen. (Ich bin überhaupt kein Fan von Fastfood)

Mit einem klaren Sieg gings ins Halbfinale, in dem er wieder auf Ben von Motor Eberswalde traf. In der Vorrunde hatte Tom noch knapp verloren,  jetzt servierte er ihn ohne Satzverlust ab. Wahnsinn, damit hatte Tom seinen ersten Kreismeister Pokal und zusätzlich einen haufen gesättigter Fettsäuren sicher.

Im Finale gings gegen Toms Angstgegner, Max aus Eberswalde. Dieser hat über 300 TTR Punkte mehr als Tom und obwohl Tom klasse spielte konnte er ihm auch heute nicht das Wasser reichen.

Der zweite Platz ist ein Riesenerfolg und  belohnt Tom für seinen großen Einsatz, den er auch als Ersatzspieler in der 4.,5. und 6. Herrenmanschaft gezeigt hat. Weiter so!

Das Wochenende ging glücklich im „Himmel auf Erden“ zu Ende, guten Appetit 🙂

Mit der Jugend ist nix mehr los, oder?

Kennst Du myTischtennis.de?

Die Seite ist die erste Adresse für alle aktiven Tischtennis Spieler. Hier kannst Du nachschauen, wieviele TTR Punkte beim letzten Sieg hinzugekommen sind, hier wird über die Stars der Profi Szene berichtet und hier gibt es auch interessante Videos zum Training mit Jugendlichen. Ingo Hansen, B-Lizenz Trainer aus Breitscheid im Westerwald erklärt jede Woche eine Trainingssession und gibt viele abwechslungsreiche und spannende Impulse, die wir auch für unser Training beim SV RW Werneuchen verwenden. Vielen Dank dafür.

Letzte Woche hat er mal was anderes gewagt und über den Frust beim Jugendtraining berichtet.

Mit dem Bericht hat er einen Nerv getroffen, der auch in unserer Sporthalle gereizt wird. Was ist bloß los mit unserer Jugend? Sie ist abgelenkt, vorlaut und ohne Begeisterung und kann noch nicht mal einen Ball fangen. Und das nicht nur beim Tischtennis, sondern ganz generell.

Auch wir haben Kinder dabei, die ein schlecht entwickeltes Körper- und Ballgefühl haben und auch nach jahrelangem Training nur ganz kleine Fortschritte machen. Auch bei uns gibt es Kandidaten, die immer wieder ihr Smartphone checken und nach dem Training, wie auf Entzug, an dem kleinen Bildschirm kleben. Und auch für mich als relativ neuer Trainer war es ein spannender Lernprozeß, rauszubekommen, wie ich mir Respekt verschaffe und wieviel Respektlosigkeit da sein darf. Ja richtig gelesen, bei uns im Training darf ein Kind auch lustlos sein und seinen Frust am Trainer auslassen, ohne dass er es persönlich nimmt und seine eigenen Gefühle wieder an dem Kind auslässt. Das ist manchmal ganz schön anstrengend und fühlt sich wie schwerstarbeit an, manchmal ist es aber auch leicht und wunderbar einfach. Es gehört aber meiner Meinung nach zu einer ganz wichtigen Eigenschaft eines guten Lehrers.

Das Jammern, dass früher alles besser war, hilft doch nicht weiter. Jetzt leben wir und jetzt haben wir Trainer auch in unserer begrenzten Zeit mit den Kindern die Aufgabe, sie da abzuholen, wo sie sind, auch wenn es vor dem geliebten Ballerspiel ist und ihnen eine Alternative zu zeigen.

Für mich ist dabei am wichtigsten, dass die Kinder meine eigene Begeisterung für den Sport spüren können. Ich Liebe es, wenn ich selbst oder meine Schützlinge etwas hinbekommen haben, unabhängig auf welchem Niveau. Einer meiner Trainer erklärte mir mal mit leuchtenden Augen, dass er selbst Gänsehaut bekomme, wenn ich einen Schlag gut hinbekomme. Das hat mich richtig, richtig stark motiviert.

Und genau das kann man bei jedem Spieler erleben, wenn man seine Erwartungen auf die Möglichkeiten des Übenden anpasst, also nicht daran denkt, was noch alles nicht passt, sondern, was gerade neues, gutes dazugekommen ist.

Im Endeffekt ist es doch beim Kindertraining wie in jeder menschlichen Gruppe. Ich kann mich über die Anderen ärgern und gegen sie kämpfen oder sie mit liebevollen Gedanken ansehen und erkennnen, dass es viele Gründe gibt, warum sie sich so verhalten, wie ich es selbst nicht mag.

Im ersten Fall gibt es Krieg im zweiten Frieden und Wachstum. Wofür entscheidest Du Dich?

 

Schüler starten mit 5:5 in die neue Saison

Fabian, Johannes, Elijah

Am 1. September hatte die lange Sommerpause für unsere Schüler endlich ein Ende. Sie starten diese Saison in der neuen Barnimliga Schüler im Modus 3 gegen 3. Diese Liga auf Kreisebene ist neu dazugekommen, um auch leistungsschwächeren Spielern eine Chance auf spannende Spiele zu geben. Wir haben uns wegen unserer vielen jungen und noch unerfahrenen Spieler entschieden, dieses Jahr hier mitzuspielen.

Am 1. Spieltag traten Fabian, Elijah und Johannes gegen das Team aus Lindenberg an. Fabian, der diese Saison unser absoluter Leistungsträger ist, gewann alle Spiele klar mit 3:0 und auch das Doppel mit Johannes ging an uns.  Elijah, unsere Nummer zwei hatte es da schon bedeutend schwerer. Nach Niederlagen in den ersten beiden Spielen zeigte er im folgenden Spiel, was in ihm steckt. Immer wieder punktete er mit mutigen, knalligen Vorhandschlägen und zwang seinen Gegner mit 3:1 in die Knie. Super gemacht, damit war uns das Unentschieden nicht mehr zu nehmen.

Johannes, der erst seit 6 Monaten in unserem Verein ist, hatte an diesem Tag seine Spieltagspremiere. Das ist immer ein sehr aufregendes Ereignis zumal er von seiner Mutter und drei Geschwistern angefeuert wurde. Johannes hat sich gut geschlagen. Nach 0:3 im ersten und 1:3 im zweiten Spiel konnte er sich sogar 2 Matchbälle im 5. Satz des 3. Spieles erkämpfen. Was für eine Aufregung, besonders, weil der gegnerische Coach bei diesem Spielstand eine Auszeit nahm.

Leider ging das Spiel dann doch noch verloren, doch am Ende waren sich alle einig, dass das Remis gerecht war und ich bin mir sicher, dass Johannes bald auch eine neue Premiere feiern wird: den ersten Sieg in einem Ligaspiel.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

Saisonausklang 2018/19

Trainer 2019-1
Jörg, Markus und Sven

Am heutigen Sonntag ging es für unsere Schülermannschaft im letzte Spiel der Saison gegen den ungeschlagenen Liga Meister aus Hennigsdorf. Schon im Vorfeld war uns natürlich klar, dass gegen die stärksten Spieler der Liga, Pehle und Nguyen nichts zu holen sein wird. So war die Marschroute klar: So viele Punkte wie möglich holen, viel lernen und trotzdem Spaß haben. Am Ende kamen Bennet und Fabian zu einem Sieg und Tom konnte sogar zweimal punkten. Mit dem Sieg über Nguyen, der 100 TTR Punkte mehr hat, gelang ihm sogar eine kleine Überraschung. 

Elijah, der heute ein Doppel spielte, und Jason zeigten ansteigende Form und lassen auf die nächste Saison hoffen, in der wir das Obere Tabellendrittel ins Visier nehmen werden.

Wir beschlossen den letzten Spieltag mit Bratwurst, Salat und Kuchen – alles von den Eltern mitgebracht – und drei besonderen Biergläsern, die von Tom, Theo und Anja überreicht wurden. Nächste Saison dürfen sie altersbedingt nicht mehr bei den Schülern spielen.

Vielen Dank und viel Erfolg in der Jugendmannschaft.

P.S. Wenn Ihr doch mal Heimweh habt, dürft ihr weiterhin beim Freitagstraining mitmachen, als Co-Trainer 🙂

 

1 2 3 7